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Gemeine Rispe – Verwechslungsgefahr mit Hirse

In vielen Hausgärten ärgert man sich momentan über helle Flecken im Rasen, obwohl der Rasen schon gedüngt wurde. Bei näherer Betrachtung fallen die etwas breiteren Gräser auf.

gut sichtbar "breitere" Gräser

gut sichtbar „breitere“ Gräser

Da liegt natürlich der Schluss nahe, dass es sich um Hirse handelt. Dies ist aber für Hirse noch viel zu früh. In Tat und Wahrheit ist es die Gemeine Rispe, die vielen Rasenbesitzern schon im Frühling Unbehagen bereitet.

Die Gemeine Rispe (Poa trivialis) fällt im Frühling durch die hellgrüne Blattfarbe auf. Im Laufe der Zeit wird dann ein rötlicher Stängelgrund gut sichtbar. Je älter ein Bestand der Gemeine Rispe wird, umso struppiger wird das Aussehen. Als weiteres Erkennungsmerkmal ist beim Abziehen eines Blattes ein spitzes Blatthäutchen an der Blattansatzstelle (Blattscheide) feststellbar.

rötlicher Stängelgrund- typisch für die Gemeine Rispe

rötlicher Stängelgrund- typisch für die Gemeine Rispe

Schwierige Bekämpfung

Die Gemeine Rispe ist schwierig zu bekämpfen. Ein starkes Vertikutieren der betroffenen Flecken, kann ein Befall reduzieren, da das Ungras nur oberflächlich wurzelt. Die Stellen müssten nach dem Vertikutieren nachgesät werden. Idealerweise enthält die Nachsaatmischung einen hohen Anteil von Englischem Raygras (Lolium perenne).

Eine Pflanzenschutzmittelbehandlung mit einem Totalherbizid bringt den radikalen Erfolg. Allerdings bekämpft man mit einem Totalherbizid auch die „guten“ Gräser. Deshalb müssten diese Stellen unbedingt nachgesät werden. Die gängigen Totalherbizide wirken im Frühling bei tiefen Temperaturen relativ langsam (etwa drei Wochen). Ein Einsatz von solchen Produkten ist daher nur eine bedingte Option.

Die dritte Bekämpfungsmöglichkeit ist gleich auch die Aufwändigste – nämlich das Ausstechen. Nach dem Ausstechen müssen die Löcher mit neuer Rasenerde aufgefüllt werden und anschliessend wieder neuer Rasen angesät werden.

Der Aufwand für die Bekämpfung der Gemeinen Rispe lohnt sich aber, denn nebst dem struppigen Aussehen, ist die Gemeine Rispe schlecht Trockenheitsverträglich. So hätten Sie spätestens in einem heissen  Sommer Probleme mit der vertrockneten Gemeine Rispe. Sie würde unschöne kahle Flecken hinterlassen.

{ 9 Kommentare… [+] }
  • Luigi DC 21.05.2018, 21:13

    Guten Tag

    Wir haben im Mai 2017 ( nach Neubau) den Rollrasen gelegt. Jetzt haben wir diese komische Gras. Ist es Quecke oder die 1 jährige Rispe?
    Wir mähen 3x pro Woche mit Robotter.
    Frage :
    1.Rispe / Quecke nach einem Jahr ? Bei einem Rollrasen ?
    2. Darf man ein Rollrasen bereits nach einem Jahr vertikutieren?
    3. Wäre es jetzt noch Sinnvoll zu vertikutieren ? Ende Mai ?
    4. Oder eher ausstechen und nachsähen?

    Vielen Dank! Super BLOG !

    Grüsse Luigi

    • hauert 24.05.2018, 11:05

      Guten Tag
      Vielen Dank für die Fragen:
      Beim Gras in Ihrem Rasen handelt es sich um die gemeine Rispe. Gerade bei Flächen welche vom Roboter gemäht werden, kommt es immer wieder vor, dass die gemeine Rispe nicht geschnitten wird sondern nur zu Boden gelegt. Ambesten schneiden Sie die Büschel etwas zurück, oder sie mähen im Frühjahr einige Male mit einem Rasenmäher. Normalerweise hält sich die gemeine Rispe dann bis zum nächsten Frühjahr im Wachstum zurück.

      Rollrasen dürfen Sie getrost (oder sollte) nach einem Jahr vertikutiert werden, da auch Rollrasen Filz aufbaut. Für dieses Frühjahr ist es bereits etwas spät, am Besten vertikutieren Sie den Rasen dieses Jahr ab September. Ende Mai ist bereits sehr spät zum Vertikutieren, die offene Fläche würde das eintreten von Hirse nur fördern.

      freundliche Grüsse

      IHr Hauert Team

  • R. lehmann 14.05.2018, 22:58

    Wie heisst das Gras in unserem Rasen?
    Muss man das bekämpfen?

    Besten Dank

  • R. lehmann 14.05.2018, 22:53

    Guten Tag
    Wir haben in unserem Rasen plötzlich viele solche Gräser bekommen. Wie heisst es, und muss man diese Gräser bekämpfen?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe

    • hauert 15.05.2018, 15:50

      Guten Tag

      Es handelt sich um die einjährige Rispe. Diese einjährige Gras vermehrt sich über Samen und es gibt vermutlich kein Sprotplatz, welcher nicht auch damit zu kämpfen hat.
      Das Problem ist, dass es nicht Die-Lösung gibt, mit welcher man die einjährige Rispe bekämpfen kann. Wir empfehlen folgendes Vorgehen:

      – regelmässig Vertikutieren
      – angepasste Düngung – wird der Rasen stark genutzt, braucht er ausreichend Nährstoffe, damit der Rasen dicht bleibt und keine Lücken entstehen, wo die einjährige Rispe auftreten kann
      – regelmässige Nachsaat – gibt eine Verjüngung des Pflanzenbestandes und Lücken werden immer sofort mit Rasengräsern geschlossen
      – wässern nur wenn nötig – einjährige Rispen vertragen schlecht Trockenheit und können so eingedämmt werden

      Wir hoffen, dass Sie mit den paar Tipps die einjährige Rispe etwas eindämmen können.

  • Rolf 10.04.2018, 18:56

    Ich lasse es einfach wachsen. Mehr Natur im Garten ist nicht schlecht

  • Aregger Urs 05.04.2015, 19:57

    Guten Tag. Danke für den Beitrag. Haben den Rasen auch voll damit. Gerne würden wir das Kraut beseitigen.

    2 Fragen
    1. Jemand sagte, dass es nicht gut sei im Frühling zu vertikutieren weil da so viele Sämchen rumfliegen und sich dann in der Erde einnisten. Danach habe man mehr Unkraut als vorher.
    2. wir haben einen Roboter. Angenommen wir stechen die gemeine Rispe aus was machen wir dann mit dem Roboter? Der Rest des Rasens wächst ja trotzdem.

    Danke für Ihre Hilfe!

    • hauert 08.04.2015, 11:09

      Guten Tag Herr Aregger

      Besten Dank für Ihre Anfrage. Grundsätzlich stimmt die mit den Unkrautsamen. Aber dies betrifft vor allem sehr spätes Vertikutieren (im Mai). Wird im April vertikutiert, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit vorhanden. Zusammen mit der anschliessenden Düngung kann sich schnell eine dichte Grasnarbe aufbauen, so dass Unkraut wenig Chance hat. Im Mai hingegen ist es schon bereits trockener und die Bestockung der Rasengräser ist langsamer. Dadurch wird mehr Zeit benötigt um eine dichte Grasnarbe aufzubauen und das Unkraut kann so besser aufkommen.
      Betreffend des Roboters müssten die ausgestochenen Stellen ausgesteckt werden (evtl. mit einem kleinen Zaun o.ä.) damit der Mähroboter nicht über die Nachsaat fahren kann, aber trotzdem die restliche Rasenfläche mähen kann.
      Ansonsten müssten Sie, falls Sie noch einen „normalen“ Rasenmäher haben, die Rasenfläche vorübergehend wieder selber mähen, bis der Mähroboter wieder über die ganze Fläche fahren kann.

      Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag!

      freundliche Grüsse
      Ihr Hauert-Team

  • Lukas Bucher 31.03.2015, 15:27

    Super Artikel. Ich habe dies auch im Rasen und habe die ganze Zeit immer Hirsenvertilger eingesetzt und mich gewundert, wieso es nicht gewirkt hat 🙂

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